Mittwoch, 13. Januar 2010

Von Winterwundern, Panikkäufen und der Rückkehr zur Normalität

Hey ihr Lieben,

nun bin ich seit knapp 2 Wochen wieder zurück in meinem englischen Reihenhäuschen, haben die ungebliebten Klausuren ganz gut (hoffentlich) hinter mich gebracht und mich so ganz langsam auch wieder daran gewöhnt, dass Kolja und ich wieder auf zwei verschiedenen Kontinenten sind.

Nachdem ich beinahe meinen Flieger nach Toronto verpasst hätte, weil der Zug von Norwich nach London 1 1/2 Stunden Verspätung hatte (und das war vor dem Schneechaos!) und ich dann auch noch einen Schraubenzieher in meinem Handgepäck hatte, bin ich am 12. Dezember angekommen und die drei Wochen in Kanada waren wunderschön: wir sind ein bisschen rumgereist in der eisig kalten Provinz Québec, wobei ich mein Französisch aufpolieren konnte, weil wir bei Freunden von Ulli übernachtet haben; Kolja hat mir die multikulturellen und cafélastigen Ecken von Toronto gezeigt und wir haben schockiert den Boxing Day (=2. Weihnachtstag)-Sale bestaunt; wir sind von der Gischt der Niagarafälle nassgespritzt worden (die dann auf Koljas Jacke gefroren ist) und haben schöne Weihnachten zu zweit verbracht. Das alles hat Kolja aber schön ausführlich in seinem Blog beschrieben und schöne Bilder (u.a. ich schlafend im Bus) reingestellt.
Silvesterparty

Wie Kolja auch schrieb: 3 Wochen können manchmal ganz schön kurz sein, der Abschied fiel wieder schwer und die Aussicht auf Klausuren und Lernerei machte ihn nicht gerade leichter. Die ersten Tage hier waren dann auch nicht so dolle, das Haus war eisig kalt und leer, als ich ankam, und das Selbstmitleid groß. Habe dann die Woche mit dem Lernen für meine gefürchtete Climate Science Klausur verbracht (und für die nicht so gefürchtete Sustainable Consumption) und die dann auch ganz gut über die Bühne gebracht. Die Klausuren sind hier total durchorganisiert - mehr noch als Abiklausuren - mit speziellen Invigilators, die einen dann erbost zur Ordnung rufen, wenn man im Vorraum redet... Leider (für sie) waren die Damen dabei eher amüsant als furchteinflößend. Das ganze Getöse fand ich jedenfalls leicht übertrieben für eine ganz normale Uniklausur.
Zu der Science Klausur letzten Freitag war das Hinkommen selbst dann schon eine Herausforderung, weil es morgens auf einmal heftig anfing zu schneien, sodass selbst ich mein Rad lieber stehen lassen hab - meine KommilitonInnen waren vorher ganz erstaunt, dass ich trotz einer dünnen Schneedecke gefahren bin. Hab also einen schönen Schneespaziergang zur Klausur gemacht, auch was nettes.

Verschneites Unigelände

Mein eingeschneites Fahrrad in unserem Garten

Das große Schneechaos von Weihnachten hatte ich also zwar verpasst, aber The Big Freeze ging dann letzte Woche in die zweite Runde, allerdings in Norwich vergleichsweise harmlos. Mittlerweile ist das meiste auch weggetaut und von Daisy haben wir hier nichts mitbekommen, obwohl für Sonntag 6 inches (=ca. 15 cm) Schnee angesagt waren. Die sind dann nicht gekommen, haben aber dazu geführt, dass, als ich Samstag bei Sainsbury's war, die Milch, Pfefferkörner und das Brot ausverkauft waren und sich M enschenmengen wie nie zuvor gesehen durch den wirklich großen Laden drängten. Ils sont foux, les Anglais!
Wir haben das Ende der Klausuren und dass es im Moment relativ wenig für die Uni zu tun gibt seit Freitag mit häufigen Pubbesuchen, einem Potluck mit Schneemanbau und einem Besuch im Wafflehouse mit angeschließendem Kino - Nowhere Boy, sehr zu empfehlen!! - ausgiebig gefeiert und werden das bis die Deadlines wieder losgehen und alle panisch an ihre Schreibtische verschwinden auch weiter tun.




Ich hoffe, ihr hattet alle schöne Weihnachten und freue mich schon, hoffentlich viele von euch zu sehen, wenn ich über Ostern in Deutschland bin!
Lots of love,
Antje